Bitcoin einfach verstehen und handeln in 5 Schritten

Neue Allzeithochs in Dollar wie in Euro. Immer mehr institutionelle Investoren, die in den Markt drängen. Zentralbanken, die die Geldschleusen weiter öffnen, als der Alligator beim Anblick saftiger Aktien sein Maul. Keine Frage, beim Bitcoin ist mittlerweile die nächste große Rallye im Gange und könnte den 2017er Run nochmal deutlich toppen.

Höchste Zeit also, dass der AnlageAlligator – wie im letzten Newsletter angekündigt – auch mal einen Blick auf die Mutter aller Kryptowährungen wirft. In diesem Beitrag werden wir uns anschauen, welche Idee hinter dem Bitcoin steht und welche Technologie die oft als “digitales Gold” beschriebene Kryptowährung ermöglicht. Außerdem erfährst Du natürlich auch, wie man Bitcoin handeln und aufbewahren kann. Abschließend gibt der Alligator noch eine Einschätzung ab, ob und für wen eine Anlage in Bitcoin überhaupt in Frage kommt.

Startklar? Dann kann’s ja losgehen mit unserem Ausflug ins Crypto-Universum! 🚀😎🚀

Hinweis: Für Eilige und Lesefaule sind unter der Rubrik "Der schnelle Happen" die Kernaussagen zusammengefasst.

1. Was ist die Idee hinter Bitcoin?

Erinnerst Du Dich an 2007 und 2008? In den USA platzte die Immobilienblase, mit Lehman Brothers ging eine bedeutende Bank Pleite, der DAX als Deutschlands bekanntester Aktienindex fiel um gut die Hälfte. Slogans a là “don’t trust banksters” hatten Hochkonjunktur und rückten einen ganzen Berufsstand in die Nähe von Gangstern.

Mit anderen Worten: Die Finanzkrise war voll im Gange.

Das Vertrauen in Banken, Regierungen und Zentralbanken dagegen auf einem Tiefpunkt.

In diese chaotische Zeit hinein wurde im November 2008 unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto ein Konzept für ein elektronisches Zahlungssystem veröffentlicht. Wer sich hinter diesem Namen verbirgt, ist bis heute völlig unklar. Klar ist aber, dass das Konzept brillante Antworten auf bis dahin ungelöste Probleme enthielt, an denen frühere Versuche, ein digitales Geld zu erschaffen, noch gescheitert waren.

Im Kern ging es darum, ein von Autoritäten und Behörden völlig unabhängiges Zahlungssystem zu schaffen und Banken überflüssig zu machen. Zentralbanken, die die im Umlauf befindliche Geldmenge je nach Bedarf verringern oder einfach die Gelddruckmaschine anwerfen können, sollten der Vergangenheit angehören. Dazu musste die Geldmenge knapp gehalten werden und ein stabiles Zahlungsmittel das Währungswesen revolutionieren.

Genau deswegen können nicht beliebig viele Bitcoins (BTCs) erzeugt werden. Mit jedem Block, der der Blockchain neu hingezufügt wird (keine Panik, dazu kommen wir gleich noch 😉), werden einge wenige neue Bitcoins generiert. Aktuell sind das 6,25 BTC pro Block. Durch den Netzwerk-Algorithmus ist die Zahl der Bitcoins, die jemals existieren werden, auf maximal 21 Millionen BTC begrenzt.

21 Millionen? Klingt ein bisschen wenig für ein Zahlungsmittel, das (im Idealfall) weltweit zum Einsatz kommen soll, oder?

Grundsätzlich ja. Allerdings lässt sich jeder Bitcoin bis zur achten Nachkommastelle aufsplitten, d.h. die kleinste Einheit an BTC, die Du aktuell versenden kannst, lautet 0,00000001 BTC. Bei einem BTC-Kurs von 40.000 Euro entspräche das 0,04 Cent. Das ist doch schon mal ein deutlich größerer Spielraum! 😌

Den Großteil an Aufmerksamkeit verdankt Bitcoin aber natürlich nicht dem Interesse großer Teile der Menschheit an einer neuen Währung, sondern seiner phantastischen Kursentwicklung in den letzten Jahren. Wahrscheinlich liest auch Du gerade deswegen jetzt diesen Beitrag und wahrscheinlich schreibt der Alligator ihn auch deswegen auf seinem Block zur Geldanlage 😁.

Zwar gibt es viele Stimmen, die sich nicht vorstellen können, dass sich BTC jemals als weltweites Zahlungsmittel etabliert. Aufgrund seiner Konzeption als knappes Gut (wir erinnern uns: maximal 21 Mio. BTC werden jemals existieren), wird er aber zunehmend als digitales Gold und damit als weitere Anlagemöglichkeit gesehen, um sich gegen Turbulenzen in der Weltwirtschaft abzusichern. Oder eben auch einfach nur als Spekulationsobjekt.

2. Wie funktioniert Bitcoin?

Nachdem wir jetzt gesehen haben, was Bitcoin ist und wo er herkommt, werfen wir mal einen Blick auf die technische Komponente. Keine Angst, wir halten’s kurz und knackig 😄

2.1 Dezentrales Peer-to-Peer-System

Bitcoin Peer-to-Peer
Im Peer-to-Peer-System sind die einzelnen Netzwerkteilnehmer direkt miteinander verknüpft, ohne dass es einen zentralen Koordinator braucht (Bild von Gerd Altmann auf Pixabay).

Anders als man es von herkömmlichen Netzwerken kennt, nutzt BTC keinen Zentralrechner, der für die gesamte Kommunikation zuständig ist. Das Netzwerk ist vielmehr auf tausende von Rechnern weltweit verteilt, die sich permanent miteinander absprechen. Zumindest im Grundmodell hält jeder dieser weit verstreuten Netzwerkpunkte eine komplette Version der Bitcoin-Blockchain vor. Versucht also ein einzelner das System zu manipulieren, fällt der Betrug sofort auf, weil jeder seine eigene Version auf dem Rechner hat. Deswegen spricht man bei dieser dezentralen Aufstellung von einem Peer-to-Peer-System (engl. etwa: Gruppe von Gleichberechtigten).

Der große Vorteil eines solchen dezentralen Netzwerks ist also, dass es nicht von einem Einzelnen abhängig ist, der es manipulieren könnte oder dessen Ausfall Schwierigkeiten mit sich bringen würde. Im Fachjargon heißt das: Es gibt keinen Single-Point-of-Failure.

Der Nachteil der Dezentralität liegt darin, dass man trotzdem dafür sorgen muss, dass die Nutzer ihm vertrauen. Denn wirklich genutzt und damit langfristig etabliert werden nur vertrauenswürdige Systeme. Wenn es einen Zentralrechner gibt, trägt dieser die Verantwortung. Einem seriösen und bekannten Betreiber des Zentralrechners wird viel Vertrauen entgegen gebracht, einer zwei Wochen alten Klitsche mit Sitz auf den Cayman Islands vielleicht eher weniger 😉.

Was also macht Bitcoin, um auch ohne zentrale Instanz das Vertrauen in sein Netzwerk herzustellen?

2.2 In Blockchain we trust

Die Lösung heißt Blockchain. Wie der Name schon verrät, handelt es sich um eine Kette von aneinanderhängenden Blöcken. In den Blöcken werden alle Transaktionen verarbeitet und sind damit öffentlich sichtbar. Die Blockchain hat also die Funktion eines öffentlichen Transaktionsregisters. Da jederzeit klar ist, wem welcher BTC zugeordnet ist, kann ein einmal auf der Blockchain transferierter BTC auch grundsätzlich nicht doppelt ausgegeben oder vervielfältigt werden.

Die Blockchain funktioniert also ein bisschen wie ein Grundbuch. Naja, zumindest im Prinzip. Im Block steht jetzt nicht drin: “Max Müller sendet zwei Bitcoins an Anna Anfang”, sondern eher sowas wie “3GSuXzGJQghNKko9cPuYvnyU4eXPYvvETN sendet zwei Bitcoins an 7KPuAzGJQghNKko2cPuYvnyU4eXPHECETN”. Wer hinter den Adressen steckt, weiß im Normalfall keiner.

Warum so kompliziert? Naja, zum einen sichern die merkwürdig anmutenden Adressen eine gute Portion an Anonymität. Zum Glück. Oder willst Du, dass jeder Mensch auf der Welt sich anschauen kann, wie viel Geld Du hast und von wem es kommt?

Außerdem: Die Adressen lassen sich ganz gut per Copy-and-Paste versenden. Oft werden sie auch bequem als QR-Code angeboten, der dann nur noch gescannt werden muss.

Zum anderen ergeben sich die Adressen aufgrund komplizierter kryptographischer Verfahren. Mit diesen Verfahren werden die Informationen so verschlüsselt, dass ein Bitcoin-Besitzer je zwei Schlüssel hat. Einen privaten und einen öffentlichen. Den öffentlichen Schlüssel kannst Du Dir wie eine IBAN vorstellen, die jemand braucht, um Dir Geld zu überweisen. Der private Schlüssel dagegen ist eine Art digitale Signatur, mit dem Du die Transaktion Deiner Bitcoins veranlassen kannst. In etwa wie die TAN beim Online-Banking. Wer immer den privaten Schlüssel hat, kann also über die zugehörigen Bitcoins verfügen. Er sollte daher nie an Dritte verraten werden 👆.

Die Bitcoin Blockchain ist eine Kette von Datenbankeinträgen.
Im Zentrum der Blockchain steht die Verschlüsselung durch asymmetrische Kryptographie (Darstellung von Jae Rue auf Pixabay).

Vielleicht hast Du auch schon mal den Begriff Miner gehört. Miner sind diejenigen, die mit ihren Rechnern daran arbeiten, der Blockchain neue Blöcke hinzuzufügen. Sie befinden sich dabei im Wettstreit, denn nur derjenige, der als Erster eine aufwändige Rechenaufgabe löst, darf den nächsten Block erstellen. Dieser Proof of Work (Arbeitsnachweis) braucht mittlerweile enorm viel Rechnerleistung und Energie 💡💡💡. Für das Jahr 2019 wurde zum Beispiel ein sagenhafter Strombedarf von 55 Terawattstunden geschätzt, was dem Verbrauch von Ländern wie Bangladesch oder Israel entspricht.

Vermutlich fragst Du Dich jetzt, warum jemand einen solchen Aufwand betreiben sollte.

Die Antwort lautet: Es liegt am Block Reward. Wie oben schon angesprochen, wird derjenige, der das Blockrätsel am schnellsten löst, mit aktuell 6,25 BTC belohnt. Bei einem Kurs von 20.000 Euro entspricht das 125.000 Euro. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass im Schnitt alle 10 Minuten ein neuer Block entsteht schon eine recht lukrativer Anreiz, oder 🤔?

Noch dabei? Sehr gut! Zu den technologischen Hintergründen ließe sich ohne Weiteres ein ganzes Buch schreiben, aber ich habe ja versprochen, dass wir es kurz und knackig halten😅. Werfen wir jetzt also einmal einen Blick auf die Möglichkeiten, an Bitcoin zu kommen.

3. Wie kann ich Bitcoin kaufen?

Eins vorneweg: Im Internet allgemein und nochmal im Krypto-Bereich ganz besonders gilt – Augen auf, bei den Websites, die Du aufrufst. Um keinem Betrüger auf den Leim zu gehen, solltest Du immer erstmal ein paar Dinge prüfen. Hast Du den Namen der Website richtig geschrieben oder ist Dir ein Buchstabendreher unterlaufen? Bekommst Du (jedenfalls beim erstmaligen Besuch) einen Cookie-Hinweis? Ist die Kommunikation mit der Seite verschlüsselt und sicher? Erkennen kannst Du das am “https” in der Browser-Leiste bzw. am kleinen Schloss-Symbol links davon. Auf Seiten mit lediglich “http” solltest Du vielleicht besser verzichten.

So, nach der kleinen Sicherheitseinweisung jetzt zurück zum Thema!

Um Bitcoins zu erhalten, gibt es im Wesentlichen drei Wege: das Mining, OTC-Handel oder der Kauf über eine Kryptobörse. Für das Mining brauchst Du allerdings (wie oben angesprochen) mittlerweile gigantische Rechenkapazitäten und jede Menge Strom, sodass Du als Privater kaum noch wirtschaftlich minen kannst. Diesen Part übernehmen mittlerweile große Mining-Farmen in Ländern mit sehr günstigem Strom.

Als Over-the-Counter (OTC) bezeichnet man den Handel außerhalb von etablierten Handelsplätzen. So könntest Du Dich zum Beispiel im Internet mit jemandem verabreden, Dich mit ihm treffen und Geld gegen Bitcoins tauschen. Erstens weißt Du dann allerdings nicht, ob überhaupt jemand auftaucht. Zweitens kann das genauso gut ein Betrüger oder Räuber sein, der Dir dann Dein Geld abnimmt und Dich ohne Coins zurücklässt. Also eine eher bescheidene Idee😅.

Das Symbol für Bitcoin

In Anlehnung an das Dollar-Zeichen hat sich das B
mit zwei Strichen als Symbol für den Bitcoin etabliert.

Wir konzentrieren uns daher besser auf die dritte Möglichkeit: Kryptobörsen. Ähnlich wie bei einem Broker, bei dem Du ein Depot führst, kannst Du Dich an Kryptobörsen anmelden und dort für Dein Geld Bitcoins und andere Kryptowährungen erwerben. Da der Markt hier noch recht jung und sehr dynamisch ist, ist es besonders wichtig, eine etablierte und seriöse Kryptobörse auszuwählen. Deswegen nennt Dir der Alligator gleich noch ein paar selbst getestete Plattformen.

Wichtig ist auch, dass Du beim jeweiligen Anbieter auch tatsächlich echte Kryptowährungen handeln kannst. Es gibt auch weniger seriöse Broker, die Dir lediglich Bitcoin-Zertifikate verkaufen, also nur eine Art Schuldschein. Das wird dabei nicht immer offen kommuniziert. Natürlich existieren mittlerweile einige Bitcoin-Derivate, das ist allerdings nicht das Gleiche, wie Bitcoin selbst zu besitzen.

Zu Beginn empfiehlt es sich, die Anbieter erstmal mit kleinem Geld auszuprobieren. Vielleicht überweist Du erstmal nur ein paar hundert Euro auf die jeweilige Plattform und probierst sie ein wenig durch, bevor Du viel Geld in die Hand nimmst.

Nach einer Einzahlung auf Dein Referenzkonto bei einer Kryptobörse bekommst Du ein Guthaben verbucht, mit dem Du dann Bitcoins und andere Kryptowährungen kaufen kannst. Eine Art “Depotführungsgebühr” gibt es in der Regel nicht.

3.1 Kraken* – die Nummer 1 in puncto Sicherheit

Als sicherste Kryptobörse der Welt wurde bereits mehrfach die Seite kraken.com* ausgezeichnet. Die Plattform mit Sitz in San Francisco wurde bereits 2011 gegründet und ist damit eine der ältesten und etabliertesten. Als Einsteiger wird einem vieles rund um das Thema Kryptowährungen und den Handel damit erklärt, Du wirst also an die Hand genommen.

Die Gebühren sind gestaffelt und recht günstig. Die höchsten Gebühren fallen an, wenn Du in den letzten 30 Tagen für nicht mehr als 50.000 USD gehandelt hast. Dann zahlst Du als Maker 0,16 Prozent, als Taker 0,26 Prozent. Maker und Taker?

Grob gesagt ist ein Maker jemand, der eine bestimmte Order erstellt und auf ihre Ausführung wartet. Zum Beispiel eine Limit-Order zum Kauf von 1 BTC zum Preis von 20.000 Euro. Wenn nun der BTC-Preis auf 20.000 Euro fällt, wird ihm sehr wahrscheinlich jemand 1 BTC zu 20.000 Euro verkaufen. Weil er sozusagen das Angebot gemacht hat, ist er der Maker.

Der Taker dagegen möchte nicht per Limit ordern, sondern kauft einfach zum Marktpreis. Je nachdem, wo der Kurs gerade steht, wird seine Order ausgeführt. Weil er damit das Angebot eines Makers in Anspruch nimmt, ist er ein Taker.

Unabhängig davon, ob Du nun als Maker oder Taker agierst, sind auch die maximal fälligen 0,26 Prozent Ordergebühr – gerade im Vergleich mit Aktien-Brokern, bei denen durchaus auch mal bis zu 1 Prozent an Ordergebühren anfallen kann – günstig. Die Gebühren reduzieren sich übrigens je nach Deinem Handelsvolumen auf bis zu 0 Prozent für Maker und 0,1 Prozent für Taker. Dafür müsstest Du allerdings in den letzten 30 Tagen für über 10 Mio Dollar gehandelt haben 😅😅.

Auch die üblichen Abhebegebühren, die gezahlt werden müssen, wenn Du Deine Bitcoins von der Börse wegtransferieren willst, fallen bei Kraken überschaubar aus.

Ein kleiner Wermutstropfen liegt darin, dass die Website leider nicht auf Deutsch verfügbar ist. Neben Englisch werden etwa Italienisch, Spanisch, Französisch, Türkisch und ein paar weitere Optionen angeboten.

Hier geht’s zu Kraken!*

3.1 Übersichtlich und Deutsch – aber ein bisschen teurer

Wer erstmal mit einer deutschen Plattform in die Kryptowelt starten will, findet dafür natürlich auch entsprechende Angebote. Dafür muss man dann allerdings einen etwas höheren Preis zahlen.

Der älteste Krypto-Marktplatz im deutschsprachigen Raum ist die Seite bitcoin.de. Der Handel von Kryptowährungen kostet hier grundsätzlich für den Käufer und Verkäufer jeweils 0,5 Prozent des Ordervolumens. Ein Manko im Vergleich zu einer Kryptobörse wie Kraken ist, dass gerade einmal 5 Kryptowährungen gehandelt werden können. Die Plattform wirkt recht schlicht und bietet auch keine besonderen Wissensangebote. Insgesamt scheint die Nutzerfreundlichkeit mäßig.

Bitcoin handeln über BISON

Frisch und frech kommt die BISON-App* der Börse Stuttgart daher. Mit einem ähnlichen Konzept wie bei Trade Republic kannst Du hier allein per App Kryptowährungen gegen Euros eintauschen. Die App überzeugt durch ein ansprechendes und übersichtliches Design sowie einfache Handhabung. Ein sehr angenehmes und gerade für Einsteiger schönes Angebot, was auch “Euro am Sonntag” sowie “Börse Online” so sehen und BISON auf Platz 1 der Kryptoplattformen für Einsteiger gesetzt haben.

  • Offiziell fallen keine Transaktionsgebühren an. Da auch BISON natürlich Geld verdienen will stellen sie die Kurse mit einem Spread von 0,75 Prozent, sodass Du etwas teurer einkaufst und etwas billiger verkaufst als zum eigentlichen Marktpreis. Für Dich kommt das natürlich einer Gebühr gleich. Schön ist dafür, dass keine Auszahlungsgebühren anfallen.
  • Erwähnt werden sollte noch, dass hier wie bei bitcoin.de lediglich 5 Kryptowährungen gehandelt werden können. Ganz witzig ist dafür der Crypto-Radar der App, der Dir anzeigt, welche Kryptowährungen derzeit in den sozialen Medien heiß gehandelt werden.
 Hinweis: Als besonderes Goodie erhältst Du 10 Euro in Bitcoin, wenn Du Deinen BISON-Account über diesen Link* eröffnest. (Voraussetzung: Innerhalb von 30 Tagen nach der Registrierung musst Du für mind. 50 Euro Kryptowährungen handeln; den Link bitte am Handy öffnen) 

Wer allerdings mit dem Handel am Handy nicht allzu viel anfangen kann, der dürfte sich bei der Börse Stuttgart Digital Exchange (BSDEX) gut aufgehoben fühlen. Hinter der BSDEX steht als Betreiber die Baden-Württembergische Wertpapierbörse GmbH. Alle Partner der BSDEX kommen aus Deutschland, was insbesondere den Kundensupport erleichtert.

  • Zwar können dort bislang mit Bitcoin, Ethereum, Litecoin und XRP nur 4 Kryptowährungen gehandelt werden. Die Gebührenstruktur ist dafür mit 0,2 (Maker) bis 0,35 (Taker) Prozent wirklich übersichtlich und fair!
  • Die etablierte Infrastruktur der Gruppe Börse Stuttgart sorgt für ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Transparenz.
  • Dein Geldguthaben bei der BSDEX liegt bei der Solarisbank und unterfällt damit bis zu 100.000 Euro der gesetzlichen deutschen Einlagensicherung.

Na, klingt das gut?

Hier kannst Du ein BSDEX Konto eröffnen!*

4. Wo bewahrt man Bitcoins auf?

Jetzt, wo Du weißt, wie Du an Bitcoins kommst, stellt sich die Frage, wie es danach weitergeht. Und da endet die Ähnlichkeit zu normalen Aktien-Depots. Während Du nach dem Aktienkauf die erworbenen Titel bei Deinem Broker (bzw. in der Verwahrstelle) liegen lässt, ist das bei Kryptowährungen nicht ratsam. Da man aus einer Bitcoin-Adresse wie oben gesehen nicht einfach ablesen kann, welche Person dahintersteht, ist es umso wichtiger, dass Du die Kontrolle über Deine privaten Schlüssel hast.

(Wir erinnern uns: Private Schlüssel dienen als digitale Signatur, wer den privaten Schlüssel kennt, kann Bitcoins an beliebige andere Adressen transferieren.)

Auch kommt es immer wieder zu Hacker-Angriffen auf Kryptobörsen. Logisch, da wo am meisten zu holen ist, lohnt sich ein “Überfall” am ehesten. Bei den großen und etablierten Börsen (wie z.B. Kraken) hast Du natürlich den Vorteil, dass viele Cryptos auf Cold Wallets (dazu gleich mehr) lagern und damit gut geschützt sind. Oft werden die Nutzer im Falle von Hacker-Attacken auch entschädigt. Eine Selbstverständlichkeit ist das allerdings nicht und ein gewisses Risiko verbleibt immer.

Der Bitcoin-Kauf ähnelt daher mehr dem Einkaufen im Supermarkt. Wenn Du Deine Einkäufe bezahlst hast, packst Du sie ein und nimmst sie mit nach Hause – statt sie im Supermarkt rumliegen zu lassen. D.h., dass Du Deine Cryptos nach dem Erwerb auf einer Kryptobörse abziehst und “mit nach Hause nimmst”. Dafür brauchst Du ein Wallet, also eine Art Geldbeutel für Bitcoins.

Auf einer Kryptobörse solltest Du Deine Cryptos nur kurzfristig liegen lassen, etwa wenn Du (sehr spekulatives!) Trading mit Kryptowährungen betreiben willst. Oder wenn es sich um überschaubare Summen handelt.

Es kommen verschiedene Arten von Wallets in Betracht:

4.1 Hot Wallet

Am komfortabelsten ist wahrscheinlich ein Hot Wallet. “Hot” ist es grob gesagt, weil es mit dem Internet verbunden ist. Dabei kann es sich um reine Online Wallets oder Desktop Wallets handeln. Ein Online Wallet kann beispielsweise das Wallet sein, das Du bei der Einrichtung eines Accounts bei einer Kryptobörse automatisch erhältst.

Eine etwas sicherere und ebenfalls bequeme Variante sind Desktop Wallets. Dabei lädst Du eine Software auf Deinen Rechner herunter und kannst Deine Schlüssel dann über den Desktop verwalten. Anders als ein Online Wallet ist das Desktop Wallet nicht permanent mit dem Internet verbunden und bietet damit ein Mehr an Sicherheit. Eine bekanntes und empfehlenswertes Desktop Wallet für Bitcoins ist etwa das Open-Source-Projekt Electrum, das Du hier downloaden kannst.

4.2 Cold Wallet

Cold Wallets gelten als sicherste Aufbewahrungsorte für Bitcoins
So sieht z.B. ein Cold Wallet der Marke Trezor* aus.

Cold Wallets gelten als sehr sichere Aufbewahrungsmöglichkeit, sind dafür aber etwas umständlicher in der Handhabung als Hot Wallets. Cold Wallets sind nicht mit dem Internet verbunden und können daher praktisch kaum Opfer von Hackern werden. Eine Zugriffsmöglichkeit für Angreifer besteht an sich nur, wenn das Cold Wallet an einen Rechner angeschlossen wird, um Bitcoins zu versenden. Cold Wallets kannst Du Dir also in etwa wie einen USB-Stick vorstellen, allerdings mit zusätzlichen Sicherheits-Features für Kryptowährungen.

Solltest Du ein Cold Wallet einmal verlieren, sind Deine Cryptos deswegen noch nicht verloren. Bei der Einrichtung des Wallets generierst Du einen Wiederherstellungsschlüssel, den Seed. Mit diesem kannst Du den Zugriff auf Deine Kryptowährungen auf einem neuen Cold Wallet wieder einrichten.

Die Platzhirsche für Cold Wallets heißen Trezor* und Ledger*. Sie sind mit hohen Sicherheitsstandards ausgestattet und erlauben die Verwahrung von zahlreichen weiteren Kryptowährungen neben Bitcoin. Die Preisspanne reicht dabei von knapp 50 Euro bis in den deutlich dreistelligen Bereich.

Ob Du das brauchst? Naja, es kommt wie immer drauf an 😄. Wie viel hast Du vor in Cryptos zu investieren? Je mehr Geld Du reinsteckst, desto sicherer sollte natürlich die Aufbewahrung sein. Wer einige tausend Euro in die Hand nimmt, sollte auf jeden Fall darüber nachdenken, auch ein paar Kröten für ein Cold Wallet auf den Tisch zu legen. Das deutliche Plus an Sicherheit wissen so ziemlich alle Investoren zu schätzen, die mehr als nur Spielgeld in Kryptowährungen anlegen.

4.3 Paper Wallet

Ein Paper Wallet fällt streng genommen auch in die Kategorie Cold Wallet. Es handelt sich nämlich um nichts weiter als ein Stück Papier, auf dem Du Deinen öffentlichen und Deinen privaten Schlüssel notierst. Das ist zwar kostenlos, aber so ziemlich die umständlichste Variante, die Du wählen kannst 😅. Zudem solltest Du tunlichst vermeiden, das Papier dann zu verlieren oder sonst zu beschädigen, sonst sind Deine Coins weg.

Wenn Du neugierig bist und mal ein Paper Wallet ausprobieren möchtest, kannst Du es hier generieren und ausdrucken. Zur zufälligen Erstellung des Schlüssels fährst Du dabei mit der Maus solange über den Bildschirm, bis die Generierung abgeschlossen ist.

So sieht ein mit dem Generator erstelltes Paper Wallet aus.

4.4 Brain Wallet

Das Brain Wallet ist nichts für Vergessliche und Zerstreute. Wie der Name schon andeutet, verbirgt sich dahinter nichts anderes, als sich seine Schlüssel schlicht zu merken. Für Einsteiger, die nicht zufällig Gedächtnischampions sind, also eher nicht empfehlenswert 😄.

5. Für wen sich Bitcoins eignen – und für wen nicht

Euro wird zu Bitcoin
Bevor Du Bitcoins kaufst, solltest Du Dir ein paar Gedanken machen (Bild von Gerd Altmann auf Pixabay).

Na, noch dabei? 😅

Zugegeben, das war jetzt ne ganze Menge an Input. Aber das Schöne an geschriebenen Beiträgen ist ja, dass Du Dir die Stellen, an denen es noch hapert, beliebig oft durchlesen kannst 😁. Außerdem sind wir jetzt fast fertig, versprochen!

Für wen kommt nun ein Investment in Bitcoin in Frage?

Kennst Du schon den Beitrag zum Thema Aktien? Da beschreibt der Alligator, wie wichtig es ist, immer einen ordentlichen Puffer an verfügbarem Cash in der Hand zu haben. Weil Aktien schwankungsanfällig sind.

Bitcoin?

💣💣💣

Dagegen sind Aktien Kindergeburtstag. Hinter Bitcoin steht kein Unternehmen, das Dir beruhigende Wachstums- und Bilanzzahlen liefern kann. Aufsichtsbehörden werden bislang nur sehr eingeschränkt tätig und können keine vergleichbaren Transparenzstandards gewährleisten. Es gibt also sehr viel mehr Unwägbarkeiten.

Aber eben auch ganz viel Phantasie. Bitcoin ist ein geniales Konzept, das in einem dezentralen System Vertrauen schafft und zugleich eine knappe Ressource darstellt. Teilweise werden utopische Kursziele von 50.000 USD oder gar 100.000 USD aufgerufen. Seriös begründbar ist das aber nicht.

Wenn Du also in Bitcoin investieren möchtest, dann muss Dir das Risiko Totalverlust noch sehr viel klarer sein als bei Aktien. Und umso wichtiger ist es, dass Du keinen Großteil Deines Vermögens investierst. Wer schon bei schwankenden Aktien schlecht schläft oder gelaunt ist, der wird nicht die mentale Stärke mitbringen, um in Cryptos zu investieren.

Also nochmal zur Warnung: Bitcoins sind kein kalkulierbares Investment mit gewöhnlichem Risiko. Sondern hoch spekulativ. Wenn Du noch keinerlei Erfahrungen mit dem Thema Geld anlegen gemacht hast, ist das also nicht unbedingt der beste Einstieg.

Gut, die Warnung sollte angekommen sein. Falls es Dich doch in den Fingern juckt, dürfte für krypto-unerfahrene Anleger die oben vorgestellte BISON-App* eine übersichtliche und gute Option für die ersten Schritte sein. Dort kannst Du für den Anfang auch ohne allzu große Bauchschmerzen Deine Kryptowährungen liegen lassen (aber keine riesigen Summen!). Wenn Du ein passables Englisch sprichst, würde Dir der Alligator wie gesagt die besonders sichere Plattform Kraken* ans Herz legen.

Steuer-Tipp: Anders als bei Aktien wird auf Veräußerungsgewinne aus Kryptowährungen bislang keine Kapitalertragsteuer fällig. Stattdessen gilt die Haltefrist von einem Jahr für private Veräußerungsgeschäfte aus dem Einkommensteuerrecht. Das heißt: Wenn Du Bitcoins erwirbst und sie dann mindestens ein Jahr hältst, ist Dein Gewinn aus dem Verkauf sogar steuerfrei! (Disclaimer: Hierbei handelt es sich um einen allgemeinen Hinweis und keine Steuerberatung – zu konkreten Fragen bitte einen Steuerberater konsultieren.)

Und wie sieht’s mit dem Anlagehorizont aus? Nachdem Bitcoin erst seit rund 10 Jahren existiert, gibt es natürlich keine dem Aktienmarkt vergleichbare Regel a là “auf 15 Jahre gesehen hat der Weltaktienmarkt immer Gewinn gemacht”.

Klar ist, dass das immer beliebtere kurzfristige Krypto-Trading noch riskanter ist, als das gleiche Unterfangen am Aktienmarkt. Wer an die Technologie glaubt oder jedenfalls Raum für ein Dasein als digitales Gold sieht, dürfte mit einer Buy-and-Hold-Strategie, also dem Kaufen und mittel- bis langfristigen liegen lassen, besser beraten sein. Und – wie wir gerade gesehen haben – auch in steuerlicher Hinsicht günstiger fahren.

Achja, zum Abschluss noch eine kleine Anekdote zum Thema Buy-and-Hold: Im Crypto-Slang gibt’s dazu einen eigenen Begriff.

hodln.

Dahinter steckt bestimmt was Technisches. Oder Finanzjargon. Oder…

Denkste.

Hodln geht auf einen legendären Post (siehe unten) aus dem Jahr 2013 in einem Bitcoin-Forum zurück. Ein gut angetrunkener Nutzer namens “GameKyuubi” erzählt, dass seine Freundin gerade in einer Lesbenbar unterwegs und der Bitcoin am Crashen ist. Er versucht zwar seinen Post-Titel (“I AM HODLING”) in “I AM HOLDING” zu verbessern, gibt dann aber entnervt auf, nachdem er ihn mehrfach falsch eingetippt hat.

Und warum “hodlt” er? Weil er ein miserabler Trader ist und immer zum falschen Zeitpunkt kauft bzw. verkauft. Also hält er seine Bitcoins einfach und wartet ab. Weise Worte für einen Betrunkenen. Seit diesem Post vor 7 Jahren hat sich der Bitcoin-Kurs verfünzigfacht.

Screenshot vom Original-Post “I AM HODLING” aus dem Forum von Bitcointalk.

Ich hoffe, Du hast aus diesem ersten Beitrag aus dem Krypto-Universum ein bisschen was mitnehmen können! Wie stehst Du zum Thema Bitcoin? Bist Du investiert oder denkst über eine erste Position nach? Der Alligator freut sich wie immer über Dein Feedback! 🤗🤗

Der schnelle Happen 🐊

  1. Bitcoin wurde vor dem Hintergrund der Finanzkrise als alternatives und von Regierungen bzw. Zentralbanken unabhängiges Zahlungsmittel entwickelt.
  2. Ein Bitcoin ist bis zur achten Nachkommastelle teilbar, die Gesamtzahl an Bitcoins, die je existieren werden, auf ca. 21 Millionen begrenzt.
  3. Durch die Blockchain-Technologie schafft Bitcoin in einem dezentralen System Vertrauen und Sicherheit.
  4. Der sinnvollste Weg, um Bitcoins zu erwerben, ist der Kauf über eine Kryptobörse. Sicher und günstig ist die (nicht auf Deutsch verfügbare) Plattform Kraken*. Ein einsteigerfreundliches und deutschsprachiges Angebot bietet die BISON-App* (+ 10 Euro Bonus in Bitcoin über diesen Link), dafür sind dort die Gebühren effektiv höher.
  5. Aufbewahrt werden sollten Bitcoins in einem eigenen Wallet. Am besten geeignet und vor allem bei höheren Anlagesummen anzuraten sind USB-Sticks ähnelnde Cold Wallets, welche Du bei den beiden Platzhirschen Trezor* und Ledger* bekommst.
  6. Bitcoins sind nochmal um einiges volatiler und riskanter als Aktien. Während Du mit Aktien eine Unternehmensbeteiligung erwirbst, verbrieft Bitcoin kein besonderes Recht sondern stellt lediglich einen Datenbankeintrag dar.
  7. Wie viel Wertsteigerungspotenzial noch in Bitcoin und anderen Kryptowährungen liegt, lässt sich seriös kaum sagen. Du solltest daher keinen zu großen Anteil Deines Portfolios in Crypto investieren – es sei denn, Du bist extrem risikofreudig.

Anmerkung: Der Alligator hat alles für Dich nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Dass sich doch mal ein Fehler einschleicht oder Konditionen geändert werden, kann man jedoch nie ausschließen. Maßgeblich sind daher immer die Bedingungen laut der Seite des Anbieters. Der Alligator kann (und will^^) hier keine Haftung übernehmen.

Hinweis: Mit * markierte Links sind sog. Affiliate-Links. Wenn Du ein Produkt über einen solchen Link bestellst, erhalte ich eine Provision für die Vermittlung. Selbstverständlich entstehen Dir dadurch keinerlei zusätzliche Kosten. Da der Alligator ausschließlich von ihm selbst genutzte Produkte empfiehlt, profitieren wir beide: Du bekommst ein seriöses, ausgiebig getestetes Produkt und sicherst gleichzeitig den Fortbestand des AnlageAlligators. Also Artenschutz. Quasi.

Vielen Dank für Deine Unterstützung!

1 Gedanke zu „Bitcoin einfach verstehen und handeln in 5 Schritten“

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Hey Du! 🙂 Sorry für die kurze Störung. Falls es Dir beim Alligator gefällt, lass doch eben Deine Mailadresse da. So bekommst Du als Erster alle neuen Tipps und Tricks in Dein Postfach. 😎

Das war’s auch schon, viel Spaß beim Weiterlesen! 🙂